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  • AutorenbildNoah Hermanns

Die Neurologie des Storytellings: Warum sich unser Gehirn Geschichten besser merken kann



Im Marketing konzentriert man sich beispielsweise beim Branding oder bei der Konzeption einer Kampagne oft darauf, ein solides Storytelling auf die Beine zu stellen - und das aus gutem Grund, denn Geschichten machen Deine Marke oder Dein Produkt für Deine Zielgruppe greifbarer als bloße Fakten. Interessenten haben die Chance eine emotionale Bindung zu Deinem Produkt aufzubauen und mitzufiebern. Natürlich gibt es auch auf neurologischer Ebene Erklärungen dafür, warum Geschichten so effektiv sind, wenn es darum geht, Informationen zu speichern und sich an sie zu erinnern. In diesem Blog-Beitrag werden wir uns damit beschäftigen, wie unser Gehirn auf Geschichten reagiert und warum Dein Unternehmen Storytelling betreiben sollte, um Interessenten & Kunden langfristig an Deine Marke & Produkte zu binden.


Das Gehirn und Geschichten: Ein enges Zusammenspiel

Unser Gehirn ist von Natur aus darauf ausgerichtet, Geschichten zu verstehen und zu verarbeiten. Hier sind einige Gründe, warum das so ist:


Dopamin-Freisetzung: Wenn wir eine spannende oder emotionale Geschichte hören, setzt unser Gehirn Dopamin frei. Von den circa 100 Neurotransmittern, die in unserem Gehirn für die Informationsweitergabe zuständig sind, ist Dopamin wahrscheinlich einer der prominentesten. Dieses Neurotransmitter spielt eine Rolle bei der Empfindung von Freude, Belohnung und Motivation. Geschichten, die bei uns eine dieser Dinge auslösen bleiben aufgrund der Freisetzung von Dopamin deutlich länger im Gedächtnis als Daten & Fakten, bei denen kein Dopamin freigesetzt wurde, als sie wahrgenommen wurden.


Spiegelneuronen: Wenn wir eine Geschichte hören, aktivieren sich in unserem Gehirn Spiegelneuronen. Spiegelneuronen sind spezialisierte Nervenzellen im Gehirn, die es uns Menschen kurz gesagt möglich machen Handlungen & Emotionen anderer zu beobachten, zu lesen und zu spiegeln, bzw. nachzuahmen (daher der Name Spiegelneuronen). Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der sozialen Interaktion und Empathie. Diese Neuronen lassen uns auch die Emotionen und Erfahrungen der Charaktere in einer Geschichte (Werbung, Kampagne, Branding) nachempfinden, was zu einer stärkeren emotionalen Bindung zum Produkt und der Marke führt. Diese Neuronen sind übrigens auch verantwortlich dafür, dass Du bei Titanic geweint hast ;-).


Narratives Gedächtnis: Das narrative Gedächtnis ist ein Teil des Langzeitgedächtnisses, das sich auf die Fähigkeit des Gehirns bezieht, persönliche Erfahrungen und Ereignisse in Form von Geschichten oder Erzählungen zu speichern und abzurufen. In Bezug auf das Storytelling im Marketing und in anderen Bereichen zeigt die Forschung, dass Menschen sich Informationen besser merken, wenn sie in eine erzählerische Form eingebettet sind, da diese das narrative Gedächtnis ansprechen und somit auch langfristig leichter abgerufen werden können.


Bessere Verarbeitung komplexer Informationen: Geschichten haben die Fähigkeit, komplexe Informationen in eine leicht verständliche und einprägsame Form zu bringen. Das Gehirn kann sich oft besser an eine komplexe Idee erinnern, wenn sie in eine erzählerische Form gegossen ist.


Um dies besser zu verstehen, denke an die Art und Weise, wie unser Gehirn Geschichten interpretiert. Wenn Dir jemand eine Geschichte erzählt, versucht Dein Gehirn das Bild abzurunden, indem es Informationen unterbewusst dazu erfindet. Stell Dir vor, jemand erzählt Dir von einem sonnigen Tag im Park. Dein Gehirn fügt automatisch Bäume, Menschen, Blumen und vielleicht sogar ein Picknickkorb hinzu, um die Geschichte lebendiger und einprägsamer zu gestalten. Dieser Prozess der Ergänzung von Details macht es leichter, sich an die wesentliche Geschichte zu erinnern.


Warum wir uns Geschichten besser merken

Die neurologische Erklärung dafür, dass unser Gehirn Geschichten besonders effektiv speichert, reicht tief in die Art und Weise hinein, wie es Informationen verarbeitet. Dieser faszinierende Prozess ist in mehrere Schlüsselaspekte unterteilt:


Narrative Struktur: Geschichten sind in der Regel sorgfältig strukturiert, mit einem klaren Anfang, einer mitreißenden Mitte und einem befriedigenden Ende. Diese Struktur hilft unserem Gehirn, Informationen in eine geordnete Form zu bringen, ähnlich wie das Zusammenfügen von Puzzleteilen. Die Folge davon ist, dass die Geschichte leichter in unserem Gedächtnis verankert wird, da unser Gehirn einen sinnvollen Zusammenhang herstellen kann.


Emotionale Verbindung: Geschichten wecken in uns Emotionen. Wenn wir uns in die Charaktere oder Situationen einer Geschichte einfühlen können, schafft das eine tiefere emotionale Verbindung. Emotionale Erlebnisse sind nachweislich besser im Gedächtnis verankert, und diese emotionalen Verknüpfungen helfen uns, uns an die Geschichte selbst und die damit verbundenen Informationen zu erinnern.


Visualisierung: Geschichten haben die bemerkenswerte Fähigkeit, Bilder in unseren Köpfen zu erzeugen. Wenn wir uns eine Geschichte vorstellen, entstehen mentale Bilder, die die Informationen anschaulicher machen. Diese Bilder sind wie Haken im Gedächtnis, an die wir uns leichter erinnern können, im Gegensatz zu abstrakten Daten oder Fakten.


Kontextualisierung: Geschichten setzen Informationen in einen Kontext. Indem sie Informationen in eine größere Erzählung einbetten, machen sie sie für unser Gehirn relevanter und leichter zu erinnern. Der Kontext hilft uns dabei, die Informationen besser zu verstehen und sie in unserer Wissensstruktur zu verankern.


Beispiele für erfolgreiches Storytelling im Content Marketing

  1. Nike: Nike hat eine klare Markenidentität und Mission, die sich um "Just Do It" dreht. Dies ist mehr als nur ein Slogan - es ist eine Aufforderung zur Aktion und zur Überwindung von Hindernissen. Diese Mission wird in all ihren Geschichten deutlich und inspiriert Menschen, sich selbst zu übertreffen.

  2. Coca-Cola: Die Weihnachtskampagnen von Coca-Cola sind ein perfektes Beispiel dafür, wie eine Marke Emotionen wecken kann. Die Geschichten von Santa Claus und den Weihnachtselfen, die Coca-Cola trinken, sind zu einem festen Bestandteil der Feiertagstradition geworden.

  3. Apple: Apple nutzt Storytelling, um die Idee von Innovation und Kreativität zu vermitteln. Die schon etwas älteren, aber legendären "I'm a Mac, I'm a PC" -Kampagnen sind ein Beispiel für den Einsatz von Humor und Charakteren, um die Botschaft zu transportieren.


Fazit

Die Faszination von Geschichten reicht weit über die Unterhaltung hinaus. Auf neurologischer Ebene sind Geschichten äußerst effektiv, wenn es darum geht, Informationen zu speichern und zu erinnern. Wenn Du Storytelling in Deinem Content Marketing einsetzt, kannst Du sicher sein, dass Deine Botschaften nicht nur gehört werden, sondern auch langfristig im Gedächtnis Deiner Zielgruppe haften bleiben. Geschichten sind ein kraftvolles Instrument, um eine tiefere Verbindung zwischen Deinem Unternehmen und Deinen Kunden zu schaffen. Jetzt, da Du verstehst, wie Storytelling im Gehirn wirkt, solltest Du unbedingt auf diese Technik setzen, um Deine Marketingziele auf effektive Weise zu erreichen.

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